Sonra – Wie Hikmets Baby langsam erwachsen wird (Interview)

Es ging ein Staunen durch die Szene, als Solebox-Gründer Hikmet Sugoer Anfang 2016 erst verkündete, dass er den von ihm gegründeten und weltweit bekannten Sneakerstore Solebox hinter sich lassen und kurz darauf hin bekannt gab, dass er mit Sonra eine eigene Sneakerbrand aus der Taufe heben werde. Nun, fast 24 Monate später, ist aus dem kleinen Baby Sonra ein lebhafter Teenager geworden.

Acht Colorways des ersten Sonra Modells, des Proto, sind nun bereits veröffentlicht – und waren schneller ausverkauft, als Kanye Yeezy Boost in sein morgendliches Schaumbad pusten kann. Mit hochwertigen Materialien auf einer klassisch anmutenden Silhouette, guten Farbwegen, einer klugen wie sympathischen Marketingstrategie und ordentlich Know-how hat es Hikmet geschafft, in kürzester Zeit eine erfolgreiche Brand zu gründen. Doch so ein Unterfangen fußt nicht auf reinem Glück und ein bisschen Spaß in den Backen…

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„Wenn man seinen Schuh das erste Mal in den Händen hält, ist das ein unbeschreibliches Gefühl“

Die Initialzündung
Ich hatte schon immer den Gedanken gehabt aus meinem ehemaligen Unternehmen eine Marke aufzubauen. Als ich Ende 2015 doch spontan bei Solebox raus war, hatte ich erstmal keine Pläne. Da ich aber auch nicht der Typ bin, der zu Hause sitzen kann ohne was zu tun, kam recht schnell die Idee auf, die Sache mit der eigenen Marke endlich in Angriff zu nehmen.

Die ersten Schritte
Eine komplett eigene Brand aufzumachen, insbesondere im Footwear Bereich, ist eine komplett neue Welt für mich gewesen. Vorher brauchte ich bei Kollaborationen nur den jeweiligen Herstellern meine Wünsche mitteilen, wie ich den Schuh gerne hätte. Nun musste ich erstmal komplett selbst meine Hausarbeiten machen. Recherchieren, Informieren, Bilden, Investieren. Ich habe mir die Sache auch nicht leicht gemacht mit meinen Wünschen an meine eigene Marke. Die Produktion sollte in Deutschland stattfinden, die Materialien sollten vom Feinsten sein… Die Rüstkosten, also die Kosten im Vorfeld, um überhaupt einen Schuh machen zu können, waren alleine schon ein hohes Investment. Eigene Sohlen. Eigene Leisten. Da geht viel Geld für drauf. Aber ich mag Herausforderungen und es ist ein tolles Gefühl den Schaffungsprozess zu erleben. Wenn man das allererste Sample in der Hand hält, ist das ein unbeschreibliches Gefühl.

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„Ich spiele wie ein Schachcomputer Szenarien durch um vorbereitet zu sein“

Die ersten Erfahrungen
Niemals aufgeben, das war schon immer mein Leitsatz. Und dieser war auch hier wieder sehr wichtig, denn oft gab es Momente, in denen ich mich gefragt habe, ob ich etwas tun soll, ob etwas so klappt, wie ich es mir vorstelle, ob das, was ich mir vorstelle auch wirklich so richtig ist. Aber das war damals auch beim Store so. Im Leben gibt es nun mal nichts geschenkt. Um Erfolg zu haben, muss man hart dafür arbeiten. Aber ich mache meine Hausaufgaben vorher. Vieles an Arbeit findet vorher bei mir im Kopf statt. Ich spiele gerne wie ein Schachcomputer Szenarien durch um vorbereitet zu sein, aber ohne mich dabei zu demotivieren. Ab und an bekomme ich Emails von Start-Up-Leuten, die mich Dinge fragen, die auch mit Mininmalaufwand und Suchmaschinen selbst beantwortet werden könnten. Da stellt sich mir die Frage, ob das jemals gut gehen kann, wenn jemand von Anfang an seine Hausaufgaben nicht gemacht hat.

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„Schuster, bleib bei deinem Leisten“

Was wichtig ist
Kreativität, Zeit, Geld, das sind alles unheimlich wichtige Faktoren. Insbesondere als Familienvater das Risiko einzugehen und ein Projekt wie Sonra zu machen, braucht die volle Unterstützung der Familie. Ich bin dankbar, dass meine Frau und meine Kids mich dabei unterstützen. Zeit hatte ich jetzt ja. Kreativität hatte ich auch schon. Das Finanzielle aber hat schon weh getan. Das gesamte Ersparte ist in die Idee geflossen. Sozusagen alles auf eine Karte. Ich danke allen, die Sonra unterstützen und das alles dadurch ermöglichen. Ob Kontakte eine wichtige Rolle gespielt haben, kann ich ehrlich gesagt nicht genau beurteilen. Ich denke eher, meine Authentizität und Reputation in dem Segment sind wichtig und hilfreich für die Marke. Ansonsten gilt: Schuster, bleib bei deinem Leisten. Ich denke, jemand, der mit Arbeit und Passion sein Ziel verfolgt, hat gute Chancen erfolgreich zu sein. Sicher spielen da noch mehr Faktoren mit rein. Aber ein Mensch, der seit seiner Kindheit leidenschaftlich gerne kocht und seit über 30 Jahren dafür bekannt ist, tolle Gerichte zu zaubern und mit einem Restaurant bereits 15 Jahre erfolgreich am Markt war, hat nicht mehr viel Glück nötig. Passion kann man nicht mit Geld aufwiegen und Glück kann hilfreich sein, aber nicht auf lange Zeit. Jemand, der etwas aus Leidenschaft macht, hat aus meiner Sicht die besseren Karten.

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„Für 2018 stehen Kollaborationen und auch zwei neue Silhouetten an“

Status Quo
Ich sehe Sonra als kleine Marke, die ich nach meinen Wünschen und nach meinem Tempo gestalte und wachsen lassen. Für 2018 stehen Kollaborationen und auch zwei neue Silhouetten an. Ich bin selbst gespannt. (grinst) Mir geht es Gott sei Dank sehr gut. Ich habe Zeit für meine Familie und liebe meine Arbeit. Mehr brauche ich nicht. Wobei, abnehmen könnte ich mal wieder. (lacht) Danke an dieser Stelle an alle, die meinen Traum meiner eigenen Marke unterstützen und mir die Möglichkeit geben, meine Visionen frei umzusetzen – Danke!

Hikmet bei Instagram: instagram.com/hikmetsugoer
Sonra bei Instagram: instagram.com/sonraberlin

Sneakershots: Johannes „Pangea“ Hoehn
Portraitshot: Benjamin Mikolajski (Turnschuh.TV)

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Autor: Amadeus Thüner

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7 Kommentare

  1. ich bin so gespannt auf doe neuen silhouetten. das, was bisher angeteast wurde ist schon richtig krass. kann es kaum erwarten. hikmet, weiter so!

  2. find die botten einfach zu teuer und gefallen mir auch nicht. aber hikmet ist ein top typ und was er zu erzählen hat echt spannend würde auch gerne meine eigene brand hochziehen.

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