Von „Solo“ zu „Liebe“. Ja, dieses Rapperleben kann schon romantisch sein…

Errdeka. Im Gespräch.

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Gerade einmal sechs Monate hat es gebraucht, da veröffentlicht der Augsburger und Ex-Prinz Pi-Zögling Errdeka eine neue Platte:

„“Solo“ war ein sehr deepes Album und ich bin mitunter richtig verkopft an die Songs herangegangen. Das sollte auch so sein, aber danach hatte ich einfach wieder richtig Bock einen chilligen Vibe zu catchen. […] Mir war wichtig, dass ich mich auf dem Album freimache und nicht auf Teufel komm raus deepe oder epische Songs schreiben zu müssen. Natürlich mag ich es auch, wenn große Dinge passieren und eine Hook mal aufgeht, aber ich habe gemerkt, dass ich das nicht bin und auch meine Fans nicht so darauf stehen. Stattdessen habe ich einfach geile, solide HipHop-Tracks gemacht: Simpel, minimalistisch und trotzdem fett und mit einem chilligen Vibe.“

Diesen Vibe, wie es der 27 jährige MC mit der markanten Stimme nennt, wird man auf „Liebe“ zu hören bekommen. Doch bevor man dies dann ab dem 5. Oktober tun kann, sprach Errdeka erstmal mit uns über die drei schönsten Dinge der Welt (Liebe, Musik, Turnschuhe).

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„Ich will mich austoben, mich weiterentwickeln und mir dabei treu bleiben.“

Wer ist dieser Errdeka dieser Tage?
Das weiß ich selber nicht so genau. Ich habe mir oft die Frage gestellt, wo ich mich selber im Deutschrapkosmos einordnen würde, aber fand darauf keine Antwort. Musikalisch mache ich einfach immer das, was mir gefällt, auch wenn das vielleicht strategisch nicht immer effektiv ist, ist es doch immer noch das, was mich bewegt hat Musik zu machen – mich auszutoben, mich weiterzuentwickeln und mir dabei treu zu bleiben. Auch wenn es in Zeiten von 187, Ufo, Capital etc. schwieriger geworden ist, wahrgenommen zu werden, habe ich immer noch meine Base am Start und dafür bin ich sehr dankbar. Ich sehe das alles nicht mehr so verbissen. Ich will nichts erzwingen.

Dein neues Album wird den Titel „Liebe“ tragen. Was darf man bei diesem Titel von der Platte erwarten?
Auf Liebe wird man einiges hören. Ich habe super Features am Start, deren Parts mir sehr gut gefallen. Das Album ist weniger auf „groß“ gemacht und kommt eigentlich eher in reduzierter Form daher. Alles konzentriert sich auf das Wesentliche: Gute Beats, gute Raps und weil ich darauf auch 2018 nicht ganz verzichten will, gute Inhalte – auch wenn sich das allgemeine Hörverhalten meiner Meinung nach sehr geändert hat.

Wie meinst du das?
Ich denke die breite Masse interessiert sich nicht mehr wirklich dafür, was du ihnen erzählst, sondern wie du es ihnen erzählst. Es muss halt alles sehr harmonisch und eingängig sein, leichte Kost. Aber gut, das merke ich bei mir selber auch. Ich höre sehr selten aktiv Musik und achte auf Texte etc. Vieles läuft bei mir einfach nur im Hintergrund, wenn ich arbeite oder die Wohnung putze, was aber eher selten der Fall ist. (lacht) Tatsächlich war das auch ein Ansatz für das Album „Liebe“. Wir wollten eine Platte machen, das auch einfach mal durchlaufen kann, ohne dass man sich an Tracks stört. Natürlich hat es auch seine Höhepunkte, aber sonst ist es ein stimmiges Klangbild, das sich durch alle Tracks zieht. Ich habe, glaube ich, bisher kein Album von mir so oft laufen lassen wie das hier.

Lass uns noch mal zum Deutschrap-Status-Quo zurückgehen. Wie stehst du zur aktuellen Szene?
Es gibt vieles was mir gefällt, vieles was mir nicht gefällt. Was ich nicht mag ist, dass mittlerweile alles aus einem Einheitsbrei ist, um in Streamingplaylists zu landen ohne dort aufzufallen. Ich kann auf jeden Fall verstehen, dass die Musiker von einem Vibe gecatcht werden, sie das inspiriert und sie die selbe Schiene fahren wollen – mir kommt das aber oftmals zu berechnet vor und dadurch geht für mich einiges an Spirit verloren. Ich hatte vor kurzem ein Gespräch mit Jan Wehn (deutscher Musikjournalist, Anm. d. Red.) und wir haben festgestellt, dass man immer super abgeturnt ist, weil sich alles so dermaßen gleich anhört, man sich dann aber doch wieder erwischt, wie man einen aus 20 Tracks dann doch zu Tode abfeiert, obwohl er nicht wirklich anders klingt. Deswegen kann ich mich dazu auch nicht wirklich negativ oder positiv äußern. Was ich momentan sehr gerne mag sind Rapper wie Donvtello, Opti Mane, Saftboys, Klapse Mane etc. die einen rougheren Film fahren bei dem nicht alles auf die 100 Prozentige Harmonie aus ist, die sich sanft in die Ohren reinschleimt. Ich glaube, in der heutigen Zeit muss man auch wieder mehr „diggen“ um an Perlen zu kommen. Alles andere wird einem ja ständig vor die Füße geschmissen.

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„Ich stehe auf den sportlichen Look – obwohl ich sehr unsportlich bin.“

Lass uns zum Thema Sneaker kommen. Ebenfalls ein wieder verstärkt wichtiges Thema in der Deutschrapszene. Wie sieht es da bei dir aus?
Ich habe ein paar Sneaker zuhause rumstehen. Ich mag New Balance sehr gerne, ich habe die Airmax OG 97 sehr abgefeiert. Reebok Classics gehen auch immer. Ab und zu trage ich klassische Converse und gelegentlich Asics. Ich picke mir, egal ob bei Sneakern oder Fashion, einfach immer raus, was mir gefällt. Ich geier da nicht nach irgendwelchen Drops, sondern trage auch mal Sachen von Grafikmagazinen, Plattenlabels etc. – wenn es was Ausgefalleneres sein soll. Sonst trage ich eher zweckmäßige Sachen und kombiniere die cool. Allgemein stehe ich auf den sportlichen, zweckmäßigen Look und trage sehr viel the North Face, Umbro etc. obwohl ich sehr unsportlich bin. (lacht) Aber egal, es geht ja auch immer nur darum was man vorgibt zu sein. (grinst)

Kannst du dich noch an deinen ersten Sneaker erinnern?
Das war der Adidas Superstar. Weiß mit schwarzen Streifen. Umgekehrt ging damals gar nicht klar, konnte ich nicht verstehen, weshalb man sich die in Schwarz gekauft hat… Dann erstmal Fat-Laces rein, Eastpak bis maximum nach unten hängen lassen und bloß die Anti-Schock-Taste vom Discman reinmachen – und los ging’s!

Die guten, alten Zeiten! Welchen Schuh präferierst du auf der Bühne?
Da trage ich meistens sportliche Schuhe. Tatsächlich haben mich meistens Asics Gel-Lyte 3 oder 5 auf der Bühne begleitet. Da ich immer sehr viel rumspringe war da die Gel-Sohle schon immer sehr nützlich.

Und wenn du die Wahl hättest? Neues Tattoo oder neuer Sneaker für Umme?
Safe ein neues Tattoo.

Errdeka online:
www.facebook.com/Errdeka
www.instagram.com/errdeka_eyeslow

photos: Ewelina Bialoszewska

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Autor: Amadeus Thüner

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