Wir hatten einen Blogger-, ein Printmagazin– und einen Influencer-Kollegen im Interview. Zum (erstmaligen) Abschluss der „Auf ein Wort mit: Sneakerjournalismus“-Reihe folgt nun mit ONYGO ein Online-Magazin speziell für Frauen.

Sneakerjournalismus als Online-Magazin von ONYGO

Ursprünglich ist ONYGO ein klassischer Retailer. Sie verkaufen Turnschuhe. Dies tun sie allerdings mit Hauptfokus auf das Interesse der Frauen und stachen so frühzeitig aus der Menge der deutschen Händler heraus. Nebenher, und aus ihrem Selbstverständnis heraus, ein ganzheitliches Konzept präsentieren zu wollen, starteten sie ein Online-Magazin und präsentieren seitdem Sneaker, Streetwear, Fashion und High-Heels in modischem Mix. Wir sprachen mit Redakteurin Vicky.

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Vicky, wann hast du angefangen dich mit der Materie auseinander zu setzen und wie entstand der Wunsch, mit Text, Fotos und Videos darüber zu kommunizieren?
Meinen ersten richtigen Sneaker habe ich mir mit circa neun Jahren gekauft. Es müsste ungefähr 2003 gewesen sein. Ich war auf einer türkischen Hochzeit eingeladen und brauchte natürlich ein Outfit. Im Endeffekt entschied ich mich für einen Nadelstreifenanzug (ja, das war damals noch cool) in Kombination mit einem Nike Dunk Low. Die Streetwear-Leidenschaft begann erst ein wenig später. Ich glaube, es war 2010, als ich das erste Mal auf Tumblr unterwegs war und das Leben der New Yorker Kids wie zum Beispiel Ian Conner oder Justine Skye verfolgte. Damals waren sie lediglich Jugendliche, die sich besonders gut anziehen konnten und zumindest den Anschein machten, ein extrem cooler Freundeskreis zu sein. Die Streetwear-Looks inspirierten mich schon damals und so fing ich an, mich mit den Brands, die sie trugen, auseinanderzusetzen. Der Wunsch mit Text, Fotos und Videos darüber zu kommunizieren, begann erst nach meinem Abi, als ich ein Praktikum beim Düsseldorfer Afew Store machte. Die Jungs führten mich in die Materie ein und gaben mir die Chance, meine Leidenschaft für redaktionelles Arbeiten über Sneaker und Streetwear zu entwickeln.

„Wir wollen die Leute inspirieren, sie mitreißen“

Und nun bist du Redakteurin bei ONYGO. Warum glaubst du checken die Leute da draußen das was ihr macht?
Ich denke, das Wichtigste ist, dass man mit Passion darüber spricht und es schafft, Leute zu inspirieren und mitzureißen. Wir posten täglich Looks zu den verschiedensten Silhouetten. Wichtig ist mir persönlich auch immer den Girls da draußen einen gewissen Stilbruch zu präsentieren. Viele unserer Bloggerinnen, die sogenannten ONYGIRLS, sind hier echte Profis wenn es darum geht, Sneaker mit Fashion Looks oder Streetwear Styles mit Heels zu kombinieren. Es soll ja auch nicht langweilig werden…

Welches Werkzeug ist für deine Arbeit unerlässlich?
Das allerwichtigste ist definitiv mein Handy! Ohne das geht wirklich nichts. Hier stimme ich mich täglich mit den ONYGIRLS ab, wenn es um neue Beiträge, Silhouetten, Events oder ähnliches geht. Natürlich ist aber auch mein Laptop nicht zu vergessen, den ich in unserem Kölner Headquarter an zwei große Screens anschließen kann, damit ich einen genauen Überblick habe, wenn es darum geht, den Blog auf Vordermann zu bringen. Wenn ich unterwegs bin, versuche ich immer alles weitestgehend vorzubereiten. Natürlich kommt man nicht drum rum, auch unterwegs zu arbeiten, aber hier bin ich mit iPhone und MacBook auch immer bestens aufgestellt.

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„Manchmal bin ich froh, dieser Szene zu entfliehen“

Über welches Themengebiet sprichst du persönlich am liebsten? Wo geht dir das Herz auf?
Wenn es ums Schreiben an sich geht, dann natürlich über aktuelle Releases, die mir gefallen, sowie neue Trends oder inspirierende Musik und die dazugehörigen Musikvideos. Klar spricht man natürlich auch privat über die ein oder anderen Sneaker- und Streetwear-Themen. Trotzdem bin ich manchmal auch froh, einen Tag aus dieser Welt zu flüchten und mit meinen Freunden abzuhängen, die mit der „Szene“ komplett nichts am Hut haben.

Dein bisheriges Lieblingsprojekt?
Ich glaube, da gibt es tatsächlich zwei. Anfang des Jahres war ich mit einigen ONYGIRLS und Nike anlässlich des Air Max Day 2018 zusammen in Paris. Wir hatten dort die Chance, eine der legendären Masters of Air, Lalla, zu treffen, und waren anschließend zum Dinner im Centre Pompidou, wo der Air Max seinen Ursprung feiert. Neben einem Konzertbesuch von Jhené Aiko und einem Parfum-Workshop, wo wir unsere eigene „Air“ kreierten, wurde natürlich auch noch ordentlich Content für unsere Stores und Onlinemedien wie unseren Blog, Instagram etc. geshootet. Das letzte Projekt, was ebenfalls mein Herz gewonnen hat, war die Party zum Falcon Fairground in Berlin, die wir zusammen mit adidas ins Leben gerufen haben. Zum Release des Klassikers veranstalteten wir dort eine riesige 90er-Party mit Bällebad, Autoscooter, Piercing-Ecke, Kettenkarussell sowie krassen Live Acts wie SXTN und Stefflon Don. Volle Girl-Power eben.

Welchen Tipp hast du für die Leute da draußen, die auch Bock haben in den „Sneaker-Journalismus“ einzusteigen?
Know-How und Connections sind alles. Wenn ihr euch mit dem Thema auseinandersetzt und mit voller Passion dabei seid, wird es nicht lange dauern, dass ihr Leute kennenlernt, die in dem gleichen Kosmos unterwegs sind. Der Austausch mit anderen ist meiner Meinung nach das, was hier am meisten Spaß macht. Natürlich darf auch der gegenseitige Support nicht fehlen, der meiner Meinung nach allerdings besonders in der Sneaker-Community stark gegeben ist.

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„ONYGO bietet die perfekte Plattform für jegliche Art von Sneaker-Geschmack“

ONYGO richtet sich straight an die Sneaker liebende Damenwelt. Braucht es diesen Fokus? Wie stehst du zu der Genderdebatte im Sneaker-Game und: Gibt es überhaupt eine?
Puh, bei Genderdebatten bin ich ja grundsätzlich raus. Klar beschweren sich die Jungs oft über WMNS Sizeruns und Mädels mit kleinen Füßen über Sneaker, die erst ab 40 anfangen. Aber will man nicht immer das, was man nicht haben kann? Mit meiner Schuhgröße 39/40 kann ich mich zum Glück auch an den meisten Männermodellen bedienen. Trotzdem finde ich es wertvoll, dass besonders in diesem Jahr auch Girls mit kleineren Füßen die Chance haben, begehrte Produkte, wie z.B. den Nike M2K Tekno als erstes zu ergattern. Ich finde, ONYGO bietet hierfür die perfekte Plattform und daher für jegliche Art von Sneaker-Geschmack den passenden Schuh.

Wie steht es um deine Top 3 Sneaker ever?
Die Frage aller Fragen. (grinst) Auf Platz 1 meiner Top 3 Sneaker ever ist definitiv der Air Jordan 1 Chicago, der geht einfach immer. Platz 2 würde ich an den Nike x Comme des Garcons Homme Plus Dunk vergeben, das See-Through sorgt auf jeden Fall ordentlich für Wirbel. Platz 3, und leider nicht in meinem Besitz, der Nike Air Max 360 OG.

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Und aktuell?
Was die derzeitige Top 3 angeht, kann ich Platz 1 definitiv mit dem Nike M2K Tekno besetzen, der John Elliott Colorway hat es mir hier am meisten angetan. Dicht darauf gefolgt sehe ich auch für den Yung-1 von adidas großes Potenzial. Der letzte Platz, auch wenn schon fast nicht mehr aktuell, sollte auf jeden Fall an den Nike Air Max 1/97 Sean Wotherspoon gehen. Hier reißen die Materialien einfach alles raus.

ONYGO online:
www.onygo.com
www.facebook.com/onygoblog
www.instagram.com/onygoshop

photos: @wrongcopy & Vicky / ONYGO

Autor: Amadeus Thüner

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